DODAI verbindet das italienische "do" (ich gebe) und "dai" (du gibst). Es ist ein Jonglage-Tanz-Theater-Experiment: sieben Individuen, konfrontiert mit Alltagsproblemen, kreisen um eine Frage — was gehört mir, was gehört dir, und was müssen wir teilen, um ein besseres Leben zu führen? 100 Bälle, 70 Finger, 7 Jongleure, 6 Nationen, 1 Verständnis.
Das Stück lebt in Stefan Sings organischer Jonglage — frei, verspielt, schwunggetrieben, gebaut auf blindem Verständnis und gegenseitigem Handeln zwischen den Performenden. Die Bühne wird zu einer wandelbaren Landschaft, in der Körper und Objekte kollidieren, synchronisieren und zerstreuen, die absolute Präsenz und physisches Zuhören von allen fordert. Das Ensemble selbst — Performende, ein Lichtdesigner und ein Musiker aus sechs europäischen Nationen — ist ein Statement über ein gemeinsames Europa.
Noahs Markensektion wurde innerhalb der Kompanie als "Noahs Geschenke" bekannt: Die anderen sechs Performenden schleudern Objekte über die volle Breite der Bühne, und seine Aufgabe ist es, zu sprinten, alles in der Luft zu fangen, das Chaos bei voller Geschwindigkeit in ein sauberes Muster zu ziehen und weiterzugeben. Lange Bögen von Bällen, die auf einen rennenden Fänger zuströmen — explosiv, kompakt, schnell: genau sein Spezialgebiet, und wahrhaft Geschenke für Noah.
Dodai wurde 2018 beim Festival Mirabilia (Italien) uraufgeführt; Noah stiess in jenem Jahr für die weitere Entwicklung zum Ensemble, brachte die neue Version in den Flottmann-Hallen in Herne zur Uraufführung und trat bis 2023 mit der Kompanie auf.
